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  • Gesang
  • Spiel
  • Uraufführung

Kassandra

Mathis Nitschke, Stefan Behrisch / Christa Wolf

ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Termine & Tickets

Impressionen

Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
Dekoratives Szenenfoto aus Kassandra.
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KASSANDRA – Theater Bielefeld

Details

Starke Frauenfigur im Zentrum

Spartenübergreifende Produktion
Text von Yvonne Gebauer und Nadja Loschky nach Christa Wolfs gleichnamiger Erzählung / Musik von Mathis Nitschke und Stefan Behrisch (Programmierung Sounds: Jörg Hüttner)

POV: Der Krieg ist zu Ende. Du, eine junge Frau, wurdest als Beute von den Siegern in deren Heimat verschleppt und weißt instinktiv, dass die königliche Ehefrau deines neuen »Gebieters« dich in zwei Stunden ermorden lassen wird. Was geht dir durch den Kopf? Vielleicht Fragen wie diese: Wann und wie beginnt ein Krieg? Wie ändern sich Dinge unter dem Druck einer Belagerung? Sympathien, Strukturen, Machtverhältnisse? Wem ist plötzlich nicht mehr zu trauen? Warum hat man etwa die Frauen sukzessive aus allen Entscheidungen herausgedrängt? Wie stark waren Familienbande, Liebe, Freundschaften?

Kassandra ist nicht nur Tochter des Königs Priamos, sondern auch Seherin. Als die Griechen ihre Heimatstadt Troja nach zehn Kriegsjahren zerstört und sie verschleppt haben, zieht sie angesichts des eigenen Todes ihr ganz persönliches Resümee.

Christa Wolfs Kassandra ist die bemerkenswert aktuelle Bestandsaufnahme einer Frau, die auch in Extremsituationen ihre Unabhängigkeit zu wahren versucht und dabei doch an vielen Punkten scheitern muss.

Triggerwarnung: Es existiert eine Triggerwarnung, die Sie hier nachlesen können.
  • Spieldauer 01:40
  • Erster Termin war am 09.02.2026
  • Spielort Stadttheater Niederwall 27 33602 Bielefeld
  • Altersempfehlung ab 14 Jahren

Auf der Bühne

Das Team

Pressestimmen

ein außergewöhnliches Stück Theater

Christina Huckle verausgabt sich als klagende, wütende, verzweifelte und stolze Kassandra in ihrem Todesmonolog auf dem Dach. Das Orchester, dirigiert von Anne Hinrichsen, – atmosphärisch, an der Grenze zur Atonalität – liefert emotionale Verstärkung dazu. (…)

Es ist aber ganz klar Huckle, die all das trägt und oft scheinbar das Letzte aus sich herausmobilisiert; in ihrem lumpigen Nachthemd über das Dach sprintet, schreit, flüstert, weint, mit ihren paar Requisiten hantiert, zusammenbricht, intensiv und überpräsent ist. Obwohl sie nie von ihrem Dach herunterkommt. Es ist auch der Text von Christa Wolf, der all das trägt: Poesie, die Huckle ins Publikum entlässt wie tiefgefrorene Marmorblöcke, brutal geschlagen aus einem mondbeschienenen Steinbruch. Text, der durch die Kürzungen – oder besser: Verdichtungen, die Loschky und Yvonne Gebauer vorgenommen haben – viel gewinnt. (…)

ein außergewöhnliches Stück Theater (…).

www.die-deutsche-buehne.de

22.02.2026

Schon jetzt einer der Höhepunkte der laufenden Spielzeit

(…) die schräge Bühne, in der alles in der Gefahr schwebt, ins Rutschen zu geraten, ist eine geniale Idee. Sie dreht sich im Kreis, mal wird sie zur Steigung, mal zum Gefälle. Sie ist ein leitmotivisches Monstrum, ein Trümmerfeld, das die Inszenierung beherrscht. (…)

Christina Huckle (…) verfügt über ein schier unglaubliches Repertoire an stimmlichen Möglichkeiten. Sie kann ätzend zynisch sein, verachtungsvoll, flehend, appellierend, weinend, schreiend, in jene Bereiche vorstoßend, wo Sprache sich zersetzt, wo die ohnmächtige Erkenntnis in Todesangst umschlägt. (…)

Anne Hinrichsen als souveräne Orchester- und Chorleiterin machte mit Übersicht und Präzision die Musik zu einem essenziellen Beitrag zur Inszenierung des alten und doch so aktuellen Stoffes.

Matthis Nitschkes und Stefan Behrischs Musik war pointiert, entwickelte ein mitreißendes Eigenleben und war zugleich ein luzider Dialogpartner der Sprache. (…)

„Kassandra“ kann wohl schon jetzt als einer der Höhepunkt der laufenden Spielzeit gesehen werden. Nadja Loschkys Lust an spartenübergreifenden Projekten möge fortdauern. Das Publikum im voll besetzten Saal spendete stehend lang anhaltenden Beifall. Gelungenes Theater changierend zwischen Zumutung und Ermutigung. 

Neue Westfälische

23.02.2026

ein bewegendes, berührendes, nachdenklich stimmendes Stück Theater

Die Bühnenfassung der 180 Seiten umfassenden Wolf-Erzählung wurde auf 15 Seiten destilliert, die es in sich haben und zu der haarsträubenden Erkenntnis führen, dass wir es mit einem erschreckend aktuellen Geschehen zu tun haben. (…)

Christina Huckle fühlt, schreit, weint sich mit großartiger Schauspielkunst hinein in all diese Personen und lässt aus vielen Einzelschicksalen ein komplexes Bild unerträglicher Zustände entstehen.

Als wäre dies noch nicht genug, schafft die Musik von Mathis Nitschke und Stefan Berisch weitere Ebenen zur Vertiefung von Emotionen. Einerseits ist da der Chor, der als Kassandras Echo ihre Gefühle und Gedanken verdichtet. Andererseits das improvisierende E-Cello von Mathis Mayr, das mit Kassandra in einen Dialog tritt. Und schließlich die Orchestermusik, die raunt und rumort, grell wiehert, dumpf poltert und gewissermaßen zwischen den Zeilen eine eigene Energie von dysfunktionalen Abläufen freisetzt. Und die von den Bielefelder Philharmonikern unter der Leitung von Anne Hinrichsen in subtiler Klanggebung ihre Wirkung entfaltet.

Keine leichte Kost, aber ein bewegendes, berührendes, nachdenklich stimmendes Stück Theater, bei dem Christina Huckle als die wahre, tragische Heldin vom Premierenpublikum mit Standing Ovations bedacht wurde.

Westfalen-Blatt

23.02.2026

Überragende Christina Huckle

Die emotionale Kraft der griechischen Tragödie wirkt durch all die vielen Schichten der Bearbeitungen hindurch. Das liegt vor allem an der überragenden – oder um im antiken Vokabular zu bleiben titan:innenhaften – Schauspielerin Christina Huckle. Sie schäumt und brüllt, argumentiert, krümmt sich und leidet, steht immer wieder auf, findet sogar die Kraft, die Mächtigen ironisch zu karikieren. Zum Beispiel im Dialog mit ihrer eigenen Hand, die ihren Widersacher darstellt. Einfachste Mittel sind manchmal die wirkungsvollsten. Zeigen Schauspielkunst. (…)

Die von Anne Hinrichsen zupackend und feinfühlig dirigierten Bielefelder Philharmoniker schaffen stimmungsvolle Resonanzräume, der E-Cellist Mathis Mayr korrespondiert mit der Schauspielerin auf improvisative Weise. Jeder Abend ist anders. Überhaupt ist der kreative Prozess dieser Aufführung interessant. Denn die Komponisten kamen nicht mit einer fertigen Partitur nach Bielefeld, das Stück wurde auf Basis ihrer Skizzen während der Proben gestaltet. Das wäre nicht an allen Musiktheatern möglich, aber in Bielefeld gibt es eine Tradition der Offenheit und Experimentierfreude. 

Das liegt auch an der Intendantin Nadja Loschky, die da unmittelbar an ihren Vorgänger Michael Heicks anknüpft. Sie hat zusammen mit Yvonne Gebauer die Textfassung geschrieben und ebenso atmosphärisch dicht wie inhaltlich genau inszeniert. Bei aller Komplexität ist „Kassandra“ direkt, verständlich und mitreißend. Was zu einem riesigen Jubel des Publikums im ausverkauften großen Haus führte.

www.theaterderzeit.de

23.02.2026

Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater


Anfahrt

Stadttheater

Niederwall 27 33602 Bielefeld
Route anzeigen

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Barrierefreiheit im Theater