TRIGGERWARNUNGEN

Dekoratives Szenenfoto einer Schauspielproduktion.

Als Theatermacher*innen suchen und wünschen wir uns einen steten Austausch mit Ihnen, dem Publikum. Jede*r von Ihnen bringt individuelle Erfahrungen in einen Theater-/Konzertabend mit und erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Im Bewusstsein, dass manche Stückinhalte Gefühle auslösen oder hervorrufen können, die überfordernd oder verletzend sein können, bieten wir Ihnen auf diesem Seitenbereich zusätzliche Informationen an, die wir als sensible Inhalte/potenzielle Trigger einstufen. Trigger sind bestimmte Reize (Geräusche, Gerüche, Bilder etc.), die bei Menschen mit einer traumatischen Vorerfahrung das ursprüngliche Trauma wieder auslösen können (z.B. flashback).

Ausgewählte Trigger, zu denen wir eine Triggerwarnung schreiben:

  • körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt
  • Kindesmissbrauch
  • Selbstverletzung
  • Schwere Krankheit (körperlich und psychisch)
  • Krieg
  • Suizid
  • Essstörungen und Süchte (Alkohol, Drogen, Zwänge etc.)
  • Rassismus, Sexismus, Homo-, Inter- oder Transfeindlichkeit, Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Behinderung), Altersdiskriminierung, weitere Diskriminierungsformen
  • Mobbing
  • Bodyshaming
  • Tierquälerei

Ein Kritikpunkt an Triggerwarnungen ist, dass sie ein Stück der Inszenierung vorwegnehmen. Wir glauben in diesem Zusammenhang fest an die Selbstbestimmung und -einschätzung unserer Zuschauer*innen. Daher überlassen wir Ihnen die Entscheidung, ob sie die folgenden Zusatzinformationen lesen und bedenken möchten. Darüber hinaus können Sie sich gerne bei dem*der Dramaturg*in der jeweiligen Produktion melden, um weitere Fragen zu stellen.

Im Rahmen der Bühnenhandlung von Der Troubadour werden Diskriminierung, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, sexuelle Gewalt sowie Tötung von Menschen thematisiert und dargestellt.

Im zweiten Teil der Oper zeigt die Inszenierung, wie Leonora von Graf Luna bedrängt und vergewaltigt wird. Die Darstellung des sexuellen Übergriffs ist explizit, beginnt etwa 45 Minuten nach der Pause und dauert ca. 70 Sekunden. Die Figuren befinden sich auf der rechten Bühnenseite vorn und sind bekleidet. Neben einem großen, quadratischen Lautsprecher liegt eine Matratze. Zu Beginn legt Leonora sich mit dem Rücken auf die Matratze. Luna nähert sich ihr, küsst sie, berührt sie und fährt unter den Rock ihres Kleides. Während spielt das Orchester nicht. Es ist ein leises Trommeln zu hören. Die Figuren geben Laute von Schmerz von sich.

Am Ende der Oper ist ein Schuss zu hören. Dann wird die Figur Azucena zum Scheiterhaufen geleitet. Eine Videoprojektion zeigt, wie eine gezeichnete Figur in Flammen steht, es ist das Geräusch von brennendem Holz zu hören. Assoziationen der Verbrennung eines Menschen können ausgelöst werden.

Der italienische Gesangstext der Oper enthält antiziganistische, rassistische Fremdbezeichnungen sowie Stereotype. In den Übertiteln wird auf die Wiedergabe der diskriminierenden Bezeichnungen verzichtet.

An drei Stellen der Vorstellung gibt es kurze Sequenzen von blitzartigem Scheinwerferlicht, die wenige Sekunden dauern.

In der Inszenierung von Hamlet werden Gewalt, Mord, angedeutete sexuelle Übergriffe, psychische Instabilität und Suizid thematisiert und dargestellt. Dabei kommt es auch zum Einsatz von Kunstblut. Direkt nach der Pause werden Videoaufnahmen von gewaltvollen Demonstrationen gezeigt, in denen verletzte und blutende Menschen gezeigt werden.

In der Inszenierung von Die Legende von Sleepy Hollow werden in einer kurzen Anfangsszene Kriegshandlungen und ein Todesfall thematisiert. Es wird erwähnt (nicht dargestellt!), dass einem Soldaten durch eine Kanonenkugel der Kopf abgerissen wird. Diese Szene ist teilweise mit lauten Schlachtgeräuschen untermalt.

An zwei Stellen (nach ca. 50 Minuten und nach ca. 1 Stunde und 30 Minuten) werden für jeweils etwa 15 Sekunden Stroboskopeffekte verwendet.

Nach ca. 1 Stunde und 40 Minuten kommt es zu einem Gespräch zwischen dem Lehrer Crane und seiner Schülerin Katrina, in dem er ihr darlegt, dass er sich eine Zukunft ausmalt, in der sie und er ein Paar sind. Dabei überschreitet er die Grenze, eines dem Altersunterschied und dem Machtgefälle zwischen Lehrer und Schülerin angemessenen Verhaltens. 

Die Inszenierung von Madonnen thematisiert Schwangerschaftsabbruch, körperliche Verletzung und Tod und behandelt eine nicht medizinisch fachgerecht durchgeführte Abtreibung.