TRIGGERWARNUNGEN

Dekoratives Szenenfoto einer Schauspielproduktion.

Als Theatermacher*innen suchen und wünschen wir uns einen steten Austausch mit Ihnen, dem Publikum. Jede*r von Ihnen bringt individuelle Erfahrungen in einen Theater-/Konzertabend mit und erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Im Bewusstsein, dass manche Stückinhalte Gefühle auslösen oder hervorrufen können, die überfordernd oder verletzend sein können, bieten wir Ihnen auf diesem Seitenbereich zusätzliche Informationen an, die wir als sensible Inhalte/potenzielle Trigger einstufen. Trigger sind bestimmte Reize (Geräusche, Gerüche, Bilder etc.), die bei Menschen mit einer traumatischen Vorerfahrung das ursprüngliche Trauma wieder auslösen können (z.B. flashback).

Ausgewählte Trigger, zu denen wir eine Triggerwarnung schreiben:

  • körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt
  • Kindesmissbrauch
  • Selbstverletzung
  • Schwere Krankheit (körperlich und psychisch)
  • Krieg
  • Suizid
  • Essstörungen und Süchte (Alkohol, Drogen, Zwänge etc.)
  • Rassismus, Sexismus, Homo-, Inter- oder Transfeindlichkeit, Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Behinderung), Altersdiskriminierung, weitere Diskriminierungsformen
  • Mobbing
  • Bodyshaming
  • Tierquälerei

Ein Kritikpunkt an Triggerwarnungen ist, dass sie ein Stück der Inszenierung vorwegnehmen. Wir glauben in diesem Zusammenhang fest an die Selbstbestimmung und -einschätzung unserer Zuschauer*innen. Daher überlassen wir Ihnen die Entscheidung, ob sie die folgenden Zusatzinformationen lesen und bedenken möchten. Darüber hinaus können Sie sich gerne bei dem*der Dramaturg*in der jeweiligen Produktion melden, um weitere Fragen zu stellen.

Im Rahmen der Bühnenhandlung wird das Thema Suizid angesprochen. Es gibt keine expliziten Darstellungen, aber es wird ein Suizidversuch beschrieben. Außerdem wird in der Vorstellung nach ca. zwei Minuten stroboskopähnliches Licht eingesetzt.

In diesem Stück gibt es zwei Momente, wo als Tonspur Sirenen erklingen und Bombenlärm zu hören ist. Das erste Mal nach etwa einer halben Stunde, das zweite Mal nach ungefähr einer Stunde. Beide Momente haben einen klaren Anfang und nach kurzer Zeit ein klares Ende.

Das Stück Candide enthält Darstellungen und thematische Bezüge zu Krieg, Gewalt, Krankheit, Tod, Verbrechen und sexueller Ausbeutung. Einige Szenen werden auf der Bühne gezeigt oder in Text und Gesang thematisiert. Die satirische Überzeichnung kann dabei auch stereotype oder aus heutiger Perspektive problematische Darstellungen enthalten.

Im Verlauf der Aufführung wird zudem eine Szene dargestellt, in der eine Menschenmenge von zwei Soldaten erschossen wird. Diese Darstellung kann emotional belastend sein. In diesem Zusammenhang kommt etwa 30 Minuten nach Vorstellungsbeginn für ca. 40 Sekunden Stroboskoplicht zum Einsatz.

Das Stück non-existent thematisiert Lebensgeschichten vor dem Hintergrund des Ukraine Krieges. In diesem Zusammenhang sind in der Inszenierung Kriegsgeräusche, wie Sirenen, Bombenalarm und Waffenschüsse zu hören, die entweder eingespielt werden, oder durch Schauspieler*innen und Instrumente erzeugt werden. Außerdem gibt es drei Szenen, in denen die Autorin Folter und Vergewaltigung durch die russische Armee thematisiert. Dies wird in der Inszenierung auf abstrakte Weise umgesetzt, wobei auf explizite sexualisierte Darstellungen verzichtet wird.

Im Rahmen der Bühnenhandlung von Der Troubadour werden Diskriminierung, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, sexuelle Gewalt sowie Tötung von Menschen thematisiert und dargestellt.

Im zweiten Teil der Oper zeigt die Inszenierung, wie Leonora von Graf Luna bedrängt und vergewaltigt wird. Die Darstellung des sexuellen Übergriffs ist explizit, beginnt etwa 45 Minuten nach der Pause und dauert ca. 70 Sekunden. Die Figuren befinden sich auf der rechten Bühnenseite vorn und sind bekleidet. Neben einem großen, quadratischen Lautsprecher liegt eine Matratze. Zu Beginn legt Leonora sich mit dem Rücken auf die Matratze. Luna nähert sich ihr, küsst sie, berührt sie und fährt unter den Rock ihres Kleides. Während spielt das Orchester nicht. Es ist ein leises Trommeln zu hören. Die Figuren geben Laute von Schmerz von sich.

Am Ende der Oper ist ein Schuss zu hören. Dann wird die Figur Azucena zum Scheiterhaufen geleitet. Eine Videoprojektion zeigt, wie eine gezeichnete Figur in Flammen steht, es ist das Geräusch von brennendem Holz zu hören. Assoziationen der Verbrennung eines Menschen können ausgelöst werden.

Der italienische Gesangstext der Oper enthält antiziganistische, rassistische Fremdbezeichnungen sowie Stereotype. In den Übertiteln wird auf die Wiedergabe der diskriminierenden Bezeichnungen verzichtet.

An drei Stellen der Vorstellung gibt es kurze Sequenzen von blitzartigem Scheinwerferlicht, die wenige Sekunden dauern.